Rückblick auf die Viszeralmedizin 2026: Neuro­gastro­enterologie bewegt

v.l.n.r. Prof. Robert Patejdl (1. Vorsitzender), Prof. Miriam Stengel (Schatzmeisterin), Dr. Peter Neckel (2. Vorsitzender) und Dr. Simon Scheerer (Erweiterter Vorstand – Klinische Neurogastroenterologie)

Die Viszeralmedizin 2026 in Hamburg hat eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig, dynamisch und sichtbar die Neurogastroenterologie heute innerhalb der Gastroenterologie ist. Zahlreiche wissenschaftliche Sessions, Vorträge und Kurzbeiträge widmeten sich Themen von Reizdarmsyndrom und Rome V über Gut-Brain-Axis, Motilität und Funktionsdiagnostik bis hin zu Mikrobiom, Ernährung und translationaler Forschung.

Besonders gefreut hat uns das große Interesse an den neurogastroenterologischen Themen, die intensiven Diskussionen und der lebendige Austausch zwischen Klinik und Wissenschaft.

Reizdarm, Rome V und Gut-Brain-Axis im Fokus

Ein besonderes Highlight war die Session „Reizdarm und Rome V“, die auf außergewöhnlich große Resonanz stieß. Der volle Saal und die lebhafte Diskussion zeigten, wie hoch das Interesse an den aktuellen Entwicklungen rund um Disorders of Gut-Brain Interaction (DGBI) und die neuen Rome-V-Kriterien ist.

Auch darüber hinaus war die Neurogastroenterologie an vielen Stellen des Kongressprogramms präsent. Die Gut-Brain-Axis, gastrointestinale Motilität und moderne Funktionsdiagnostik wurden ebenso diskutiert wie intestinale Barriere, Mikrobiom, Ernährung, Phytotherapie und neue translationale Forschungsansätze.
Wer das neurogastroenterologische Programm noch einmal genauer ansehen möchte, findet → hier unsere kompakte Übersicht mit Sessions, Vorträgen, Zeiten und Referierenden.

Viel zu feiern: Auszeichnungen für die Neurogastroenterologie

Auch wissenschaftlich gab es in Hamburg einiges zu feiern. Herzlichen Glückwunsch an Kerstin Maehder (Hamburg) und Hanna Oehlmann (Bochum), die mit dem → Preis für Neurogastroenterologie ausgezeichnet wurden. Ein herzliches Dankeschön gilt auch Bayer Vital für die freundliche Unterstützung des Preises und damit der neurogastroenterologischen Forschung.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Ulf Michl (Essen) mit dem Otto-Porges-Abstractpreis der DGVS für die POEM-Hype-Studie zu hyper­kontraktilen Ösophagus­motilitäts­störungen. Eine weitere besondere Ehrung ging an Prof. Ihsan Ekin Demir (München). Er erhielt den Forschungspreis GI Onkologie und Leberkrebs für seine Arbeiten zu sensorischen Neuronen und neuronalen Tumor­interaktionen beim Pankreaskarzinom – ein spannendes Beispiel dafür, wie neurobiologische Mechanismen auch weit über klassische DGBI hinaus an Bedeutung gewinnen.

Auch der wissenschaftliche Nachwuchs war stark vertreten: Wir gratulieren Jorden Best (Tübingen) herzlich zu einem der diesjährigen DGVS-Promotionsstipendien.

Austausch und Vernetzung: Viel Bewegung in der Neurogastroenterologie

Beim gemeinsamen Treffen der DGVS-Arbeitsgruppen Neurogastroenterologie und Psychosomatik in der Gastroenterologie wurde deutlich, wie viele Themen das Fach derzeit bewegen. Im Mittelpunkt standen aktuelle Projekte und klinische Studien, Leitlinienarbeit, Nachwuchsförderung, Aus- und Weiterbildung sowie die nationale und internationale Vernetzung. Gerade die enge Verbindung zwischen klinischer Versorgung, translationaler Forschung und psychosozialen Ansätzen ist eine besondere Stärke der Neurogastroenterologie – und eröffnet viele spannende Perspektiven für die kommenden Jahre. → Mehr zu den Aktivitäten der AG Neurogastroenterologie und Psychosomatik der DGVS

Unser Fazit: ein starkes Signal für die Neurogastroenterologie

Die Viszeralmedizin 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie aktiv, vielfältig und sichtbar die Neurogastroenterologie innerhalb der Gastroenterologie ist – und wie groß das Interesse an unseren Themen und unserer Community ist. Wir bedanken uns bei allen Referierenden, Chairs, Forschenden und Teilnehmenden, die die Neurogastroenterologie in Hamburg so lebendig gemacht haben.

Nach Hamburg ist vor Berlin

Der Blick geht bereits weiter zur DGNM-Jahrestagung 2027 in Berlin:
Save-the-date: 26.–28. Februar 2027 | Berlin
Auch im kommenden Jahr möchten wir die Vielfalt der Neurogastroenterologie gemeinsam sichtbar machen – von klinischer Forschung und DGBI über Motilität und Funktionsdiagnostik bis hin zu translationalen und interdisziplinären Ansätzen.
→ Alle Informationen zur DGNM-Jahrestagung 2027

Das Abstractportal ist geöffnet – bringen Sie Ihre Forschung mit und gestalten Sie die Jahrestagung aktiv mit!
→ Jetzt Abstract für die DGNM-Jahrestagung 2027 einreichen
Auch neu im Programm: ein "Einsteiger Manometrie-Kurs" mit praktischem Schwerpunkt auf neurogastroenterologischer Funktionsdiagnostik.

Wir freuen uns auf Berlin – und auf den nächsten gemeinsamen Austausch in der NeuroGastro-Community!